zurück    drucken

Malteser führen neuen Lolli-Test in Grundschulen durch

Leichte Handhabung, Gewährleistung von Anonymität und Zeitgewinn beim Kampf gegen die Virus-Ausbreitung

28.03.2021
Der Lolli-Test der Malteser hat viele Vorteile

Leverkusen. Wie man gerade jüngeren Kindern Corona-Tests schmackhaft machen kann, stellt jetzt der Malteser Hilfsdienst im Zuge eines Projekts unter Beweis. Im Rahmen eines neuen Lolli-Test-Verfahrens, welches Bezirksgeschäftsführer Tim Feister mit seinem Team in Leverkusen an den Start brachte, konnten Grundschulkinder in der vergangenen Woche erstmals spielerisch an die notwendige Infektionskontrolle herangeführt werden. Prinzip: Mittels zweier Stäbchen, auf deren mit Wattebausch versehenen Enden die Kinder 30 Sekunden lang zeitgleich herum lutschen, kann das Virus leicht nachgewiesen werden. Um den jungen Schülern zu verdeutlichen, wie sie vorgehen müssen, hat sich Marion Wesseln (40) eine sehr plastische Vorgehensweise ausgedacht. Die stellvertretende Leiterin Notfallvorsorge der Leverkusener Malteser steckte sich kurzerhand einfach selbst vor jeder der derzeit aufgeteilten Klassengruppen die Lutscher-ähnlichen Trockentests in den Mund. Anschließend demonstrierte sie humorvoll, wie man die Watteenden ausreichend durchfeuchtet. Danach forderte sie die Grundschüler alle gemeinsam dazu auf, ihrem Beispiel zu folgen. „Das funktioniert super, die Kinder machen toll mit, auch wenn ich hinterher ein wenig Durst hatte, nachdem ich es in der kompletten Grundschule insgesamt 14 Mal hintereinander vorgeführt hatte“, schmunzelt die Malteserin. Sobald die beiden Stäbchen durchspeichelt sind, kommen sie wieder aus dem Mund und zurück in die jeweiligen Röhrchen, aus denen sie zuvor entnommen wurden und die als Schutzhülle fungieren. Jedes Röhrchen ist mit einer Nummer sowie einem Aufkleber versehen, die einem Kind zugeordnet werden können. Eingesammelt werden die Tests dann in zwei unterschiedlichen Tüten. In Zusammenarbeit mit dem Labor Synlab Leverkusen GmbH werden dort dann jedoch zunächst nur die Proben aus einer Tüte in ihrer Gesamtheit mittels PCR-Verfahrens überprüft. Man puhle quasi in der Suppe, die sich aus dem Speichel aller Kinder einer Gruppe zusammensetze (POOL-Testung), erklärt Marion Wesseln. Auf diese Weise wird anonym festgestellt, ob sich innerhalb einer Gruppe eine Infektion nachweisen lässt oder nicht. Stellt sich hierbei heraus, dass das Gesamtergebnis negativ ist, werden die Zweitproben eines jeden Kindes vernichtet. Ist das Gruppenergebnis jedoch positiv, werden die Speicheltests aus der zweiten Tüte einzeln untersucht, um festzustellen, welche Proben konkret betroffen sind. Das Gesundheitsamt entscheide dann, ob die gesamte Klasse oder nur einzelne betroffene Kinder unter Quarantäne gestellt würden. „Die Vorteile dieses Verfahrens liegen darin, dass man gerade jüngeren Kindern auf spielerische Art leicht die Angst vorm Testen nehmen kann, falls sie bereits durch die unangenehmen Nasen oder Rachenabstriche abgeschreckt sein sollten“, sagt Wesseln.  Außerdem würden im Vergleich zu einem Spucktest nicht so viele Aerosole durch einen Raum geschleudert und es sei lediglich ein Zeitaufwand von fünf Minuten pro Klasse erforderlich. Künftig ist geplant, dass die Malteser mit dem freiwilligen Lolli-Test regelmäßig in allen Leverkusener Grundschulen und Kitas aufwarten, damit das Infektionsgeschehen in der Altersgruppe überprüft werden kann. Wenngleich der spielend einfach durchzuführende Test hingegen seines Namens auch nicht wirklich zuckersüß schmeckt, gewährleistet er aber zumindest eine gewisse Anonymität für jedes Kind. Durch das PCR-Labor-Verfahren ist diese Testmethode darüber hinaus viel genauer als herkömmliche Schnelltestungen", erklärt Tim Feister. Außerdem werde durch die direkte Entnahme von zwei Proben ein enormer Zeitgewinn bei positiven Poolproben ermöglicht. Das Malteser-Pilotprojekt stellt insoweit einen absoluten Mehrwert im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus dar.