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Das gibt ihr die Arbeit in der Leverkusener Impfstelle

Malteserin Joanna (27) will sich im Kampf gegen die Pandemie engagieren

26.02.2021
Joanna Berwanger arbeitet gerne in der Impfstelle
Auch die Funktionsweise des SafeGates erläutern die Maltser den Impflingen ganz genau
Ihr Parkticket können die Besucher sogleich entwerten
Mit dem ärztlichen Leiter Dr. Hübner tauscht sich Joanna regelmäßig aus
Joannas Chef ist Betriebsleiter Martin Niemczyk.
Malteserin Joanna Berwanger arbeitet gerne in der Impfstelle Leverkusen

Wiesdorf. „Auf dem Bändchen steht eine Nummer. Wenn Sie gleich im Wartebereich sitzen und dran sind, wird diese Nummer auf dem Bildschirm zusammen mit der jeweiligen Impfstraße, in die Sie dann hineingehen, erscheinen“, erklärt Joanna Berwanger einem älteren Herrn am Anmeldeschalter freundlich lachend. Seit Januar befindet sich die sympathische 27-Jährige im Dienst der Malteser als Helferin im Leverkusener Impfzentrum. Wenngleich der ausgebildeten medizinischen Fachangestellten zahlreiche berufliche Perspektiven offenstehen, war für sie seit einiger Zeit klar, dass sie nur eins wollte: Sich unbedingt bei den Maltesern an der Front im Kampf gegen die Pandemie engagieren.

 

Sorge um ältere Menschen 

 

„Ich sorge mich sowohl sehr um meine eigene Oma als auch um viele andere ältere Menschen“, erzählt die gebürtige Westerwälderin. Die Großmutter würde mit 86 Jahren eine mögliche Ansteckung mit Covid 19, ebenso wenig wie viele andere hochaltrige und gesundheitlich angeschlagene Menschen, kaum wegstecken, erklärt Berwanger.

 

Eigene Erfahrung mit der Krankheit gemacht

 

Dies kann die Malteserin wohl auch deshalb beurteilen, nachdem sie selbst bereits an Corona erkrankt war. Nach längerer Tätigkeit im leitenden Bereich einer Hotelkette auf Mallorca, Kreta, Zypern, Fuerteventura und in Andalusien wurde sie plötzlich positiv getestet. Mit Kopfschmerzen, verstopften Nasennebenhöhlen, Geschmacksverlust und erhöhter Temperatur hat Joanna zum Glück zwar nur einen verhältnismäßig milden Verlauf erlitten. Bis sie jedoch endlich negativ getestet wurde, vergingen etliche Wochen. Nachdem sie sich nicht in Deutschland befand, konnte die hübsche junge Frau aufgrund der Quarantäne längere Zeit nicht heimkehren. Auch deshalb will sich die erfahrene medizinische Fachkraft jetzt erst recht engagieren und dabei helfen, die Pandemie in den Griff zu bekommen.

 

Malteser waren die richtige Adresse 

 

Der Malteser Hilfsdienst in Leverkusen war für Berwanger daher aus mehreren Gründen die richtige Anlaufstelle: „Mit den Maltesern kann ich mich nicht nur wunderbar identifizieren, sie sind auch ein guter Arbeitgeber. Es ist ein schönes Team, man spricht offen über alles und ich bin begeistert vom breiten Betätigungsfeld der Hilfsorganisation“, erzählt die Mitarbeiterin der Impfstelle. Zunächst hatte sie sich Ende letzten Jahres noch im Malteser-Team jener Kollegen befunden, das Corona-Abstriche durchführt und auch dabei in Zusammenarbeit mit der gesamten Mannschaft einen guten Job gemacht. Die Arbeit in der Impfstelle ist jedoch genau das richtige für sie.

 

Abwechslungsreiche Tätigkeiten

 

Im Rahmen einer 39,5 Stunden Woche kümmert sich Joanna zurzeit zwischen 14.00 und 20.00 Uhr  um unterschiedliche Dinge: Einmal gibt sie Hilfestellung beim Passieren des sogenannten SafeGates, in dem sich Neuankömmlinge mittels QR-Codes registrieren und in welchem mögliches Fieber erkannt wird. Ein anderes Mal organisiert sie den barrierefreien Eingang für Menschen mit Rollstuhl sowie entsprechenden Gehhilfen oder arbeitet als Springer im organisatorischen Ablauf. In erster Linie ist die 27-Jährige jedoch im Eingangsbereich des Erholungshauses für die Anmeldung der zu impfenden Personen zuständig. Dabei zeichnet sie sich nicht nur durch eine ausgesprochen herzliche Art und Weise aus, auf die bisher vorwiegend älteren Menschen zuzugehen. Auch ihre Empathie und das besondere Verständnis für die Ängste und Sorgen der Impflinge kommt ihr hier zugute. Das Lächeln, das sie den ankommenden, teilweise recht verunsicherten Herrschaften schenkt, wird von nahezu jedem sogleich erwidert und nimmt so manchem schnell jegliche Berührungsängste vor dem noch gänzlich unbekannten Impfzentrum.

 

Mit Rat und Tat zur Seite stehen

 

Auch für Leute, die sich im Zuge der Registrierung im Vorfeld schon mal geärgert haben, zeigt die Malteserin Verständnis und steht ihnen mit Rat und Tat sowie beruhigender Stimme zur Seite. Empfehlen kann Joanna daher jedem, der sich ebenfalls im Rahmen einer solchen Tätigkeit engagieren möchte, keine Angst davor zu haben, auf fremde Menschen zuzugehen und sie freundlich anzusprechen. „Gerade ältere Leute sind manchmal recht hilflos, wenn sie vor einem solchen Einlass- Gate, wie wir es besitzen, stehen, und haben dann das Gefühl, in eine Zeitmaschine zu steigen“, weiß Berwanger aus jüngster Erfahrung. Jene müssten die einzelnen Schritte genau erklärt bekommen. Man müsse gut kommunizieren und auch Lust dazu haben, den schönen und vor allem wichtigen Job auszuüben.

 

Das Gefühl, etwas Gutes gtan zu haben

 

Gedankt bekommt Joanna dies in jedem Fall tagtäglich immer wieder durch glückliche Gesichter, freundliche Worte und ein besonderes Lächeln. Ab dem ersten März beginnt nach dem bisherigen regelmäßigen sechsstündigen Impfablauf dann auch erstmals ein zwölfstündiger Betrieb, jeweils von 8.00 bis 20.00 Uhr. Diese Herausforderung stemmt Joanna mit Sicherheit dann auch spielend leicht. Denn jedes Mal nach getaner Arbeit ist sie einfach nur glücklich, wenn sie gegen 21.00. Uhr die Impfstelle verlässt: „Es macht großen Spaß und man weiß, dass man etwas Gutes getan hat.“