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Malteser Leverkusen

Von jetzt auf gleich im Katastrophenmodus: Malteser leisten derzeit vielfältige Hilfen

Ein Beitrag von Kathrin Becker in der Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln vom 3. April 2020

03.04.2020
Der Leverkusener Malteser Stadtbeauftragte Oliver Hinrichs demonstriert, wie eine Probeentnahme im Corona-Abstrich-Zentrum abläuft. (Foto: Uwe Miserius)
Der Leverkusener Malteser Stadtbeauftragte Oliver Hinrichs demonstriert, wie eine Probeentnahme im Corona-Abstrich-Zentrum abläuft. (Foto: Uwe Miserius)
Im Lagezentrum der Leverkusener Malteser laufen die Fäden aus dem östlichen Erzbistum zusammen. Von links: Kreisgeschäftsführer Tim Feister, Lagedienstleiter Martin Niemczyk und Dr. Matthias Nolte. (Foto: Becker)
Im Lagezentrum der Leverkusener Malteser laufen die Fäden aus dem östlichen Erzbistum zusammen. Von links: Kreisgeschäftsführer Tim Feister, Lagedienstleiter Martin Niemczyk und Dr. Matthias Nolte. (Foto: Becker)

„Klare Kommunikationswege sind in einer Krise wichtig“, sagt Dr. Matthias Nolte. „Sonst bleibt rechts und links zu viel liegen, und vor allem soll es ja schnell gehen.“ Der Leiter des Schulsanitätsdienstes der Malteser in Leverkusen verbringt deshalb aktuell den meisten Teil seiner Zeit im Lagezentrum, das die Stadtgliederung des Hilfsdienstes in ihrem Ausbildungs- und Servicecenter eingerichtet hat. Weil in Leverkusen eine solche Struktur am schnellsten aufgebaut war, laufen dort inzwischen die Fäden für den Osten des Erzbistums – Bergisch Gladbach, Solingen, Wuppertal, Engelskirchen und Waldbröl – zusammen.

„Inzwischen gibt es auch in den Kreisen Süd, West und Nord entsprechende Lagezentren, die an Köln berichten“, sagt Kreisgeschäftsführer Tim Feister. Vorteil der Malteser sei, „dass wir von jetzt auf gleich in Katastrophenmodus umschalten können – das ist bei anderen Institutionen oder Einrichtungen nicht so.“ Dass Ehrenamtler wie Matthias Nolte sich so engagiert einbrächten, sei zudem ein großer Gewinn. Gut 50 Hauptamtliche und 50 Ehrenamtliche sind bei den Leverkusener Maltesern aktuell im Einsatz. „Und ich bin mächtig stolz darauf, dass die Zusammenarbeit ohne irgendwelche Reibungsverluste funktioniert“, lobt Feister.

Ehrenamtliche sind es zum Beispiel, die in Leverkusen am neu eingerichteten mobilen Corona-Abstrich-Zentrum auf dem Gelände des ehemaligen Freibads Auermühle die Proben entnehmen. Bis zu 200 Personen am Tag können dort mit ihren Autos vorfahren und sich aus dem Fenster heraus einen Abstrich machen lassen für einen Test auf eine Covid-19-Infektion. „Allerdings kommt nur auf das Gelände, wer dafür einen Code vom Hausarzt oder vom Gesundheitsamt hat“, betont Matthias Nolte. „Auf gut Glück braucht da niemand hinzufahren.“ Die Ehrenamtlichen seien als Malteser medizinisch geschult und hätten zusätzlich eine Einweisung bekommen, wie die Abstriche auszuführen seien oder auch wie und in welcher Reihenfolge die Schutzkleidung an- und abzulegen sei.

In Leverkusen ist außerdem eine mobile Task-Force der Malteser im Einsatz – ein Mitarbeiter, der Abstriche in Privatwohnungen vornimmt –, und der Hilfsdienst unterstützt die Stadt mit zwei Leuten am Bürgertelefon des Gesundheitsamtes sowie bei der Sicherung der Verwaltungsgebäude. „Was Zugangsregeln und Schleusen betrifft, da profitieren wir von unseren Erfahrungen aus der Flüchtlingshilfe“, erklärt Nolte. 

Malteser im Erzbistum Köln leisten derzeit vielfältige Hilfen

Anderenorts im Erzbistum betreuen Malteser zum Beispiel aus dem Ausland zurückkehrende deutsche Staatsbürger, bauen Zelte auf, um Krankenhäuser zu entlasten, organisieren Hilfsangebote oder geben in einer Notschlafstelle Essen und Getränke aus. Eigene Angebote wie der Rettungsdienst, der Pflegedienst oder der Hausnotruf laufen derweil unter erschwerten Bedingungen weiter. 

Ein Beitrag von Kathrin Becker, Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln vom 3. April 2020

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HOTLINE: Die Malteser bieten ab sofort eine bundesweite Telefon-Hotline an, über die sie Hilfesuchenden Kontakt zum örtlichen Einkaufsservice oder einem telefonischen Besuchsdienst vermitteln – unabhängig davon, ob die Angebote von den Maltesern oder anderen Gruppierungen sind. Erreichbar ist die Hotline unter der Rufnummer (02 21) 98 22 95 06 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 14 Uhr.
 

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